Monatsarchiv: Oktober 2008

Zitty Kritik – Risk, Stretch oder Die

21.15, Babylon Mitte

Neuer Deutscher Film: Risk, Stretch oder Die

In diesem einfühlsamen Porträt wird eine Frau bei ihrem Grenzgang zwischen zwei Geschlechtern begleitet. Océan fühlt sich mehr als Mann und hat auf der Bühne eine Möglichkeit gefunden, mit beiden Rollen zu spielen. Der direkte Dialog mit der Kamera formt den dokumentarischen Charakter des Berichts über die Frage nach Identität und dem Selbst– oder Fremdbild. Klingt sperrig, ist aber durchaus anrührend.

 

Marie Gronwald

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Zitty Kritik „Elli Makra – 42277 Wuppertal“

ZZZ

Das erste Werk in Spielfilmlänge von Athanasios Karanikolas begleitet vier Schwestern bei ihrem schwierigen Spagat zwischen dem Wunsch, zurück nach Griechenland zu gehen, und jenem, in Deutschland eine Zukunft aufzubauen. Im melancholischen und doch humorvollen Bildern und Dialogen begleitet der Zuschauer die Frauen durch ihren Alltag und ihre Konflikte. Im Mittelpunkt steht Elli Makra, die nicht nur die Familie zusammenhält, sondern sich selbst immer wieder aus dem Dreck ziehen kann. Dem Zuschauer wird das Gefühl der Sehnsucht und der Heimatlosigkeit, das über dem griechischen Viertel in Wuppertal zu liegen scheint, präzise vermittelt. Leider ist der Fokus des Filmes sehr auf des Einfangen der Stimmungslagen gerichtet, darunter leidet der Spannungsbogen. Dennoch ist dies eine einfühlsame Beobachtung einer Familie, die versucht, ihren Weg durch zwei Kulturen zu gehen. Nicht nur ein Film über Migrationsproblematik, sondern auch einer über die Liebe zum Leben.

 

Marie Gronwald

 

D 2007,85 min, R: Athanasios Karanikolas, D: Anna Lalasidou, Niki Papadopoulos, Kinostart: 23.10., weeww.mitosfilm.com

 

 

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Zitty-Kritik „Ulak – der Bote“

Z

Märchen

 

Ulak – Der Bote

 

Schon die Grundidee des neuen Films des türkische Regisseurs Cagan Irmak ist märchenhaft: Geschichten und Worte können Menschen berühren und ihr Handeln zum Guten beeinflussen. Ulak, der Bote, erzählt von Zekeriya, der von Dorf zu Dorf zieht und die Geschichte vom Boten Abraham berichtet, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Im mittelalterlich anmutenden anatolischen Dorf herrscht das biblische Sodom und Gomorra. Gewalt, Menschenhandel und Erniedrigung bestimmen das Geschehen. Hier taucht der Geschichtenerzähler auf, um die Vorgänge im Dorf zu beeinflussen. Obwohl in Farbe gedreht, ist der Film eine schwarzweiß strukturierte Aneinanderreihung stereotyper Bilder von Gut und Böse. So sühnt ein grausamer Vater, der nicht nur sein Kind, sondern ein ganzes Dorf tyrannisiert, seine Taten mit dem Verlust seines Augenlichtes. Die ermordeten Boten von Abrahams Lehre erscheinen dagegen in weißem Licht. Einzig dem Hauptdarsteller glaubt man die leicht überzogene, aber anrührende Darstellung des Märchenonkels. Obwohl als Drama angekündigt, reichen düstere Bilder und große Kinderaugen nicht, um diesem Genre gerecht zu werden. Die Entwicklung der Handlung wird durch viel Theatralik und pathetisch verkürzte Moraldialoge verklebt. Marie Gronwald

 

TR 2008, 107 min, R: Cagan Irmak, D: Cetin Tekindor, Hümeyra, Yetkin Dikinciler,
Kinostart: 16.10

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