Monatsarchiv: Dezember 2009

Filmkritik Zitty: Lila, lila

ZZZ

Liebeskomödie

 

Lila, Lila

Turbulent, witzig und charmant – diese romantische Komödie aus der Welt der Literatur basiert auf Martin Suters gleichnamigen Bestseller. David Kern (Daniel Brühl), ein schüchterner zurückhaltender Kellner, verliebt sich während seiner Arbeit unsterblich und zunächst unerwidert in die Literaturstudentin Marie (Hannah Herzsprung). In einem alten Nachttisch findet David ein Manuskript einer unglücklichen Liebesgeschichte aus den 50er Jahren und gibt sich als deren Autor aus, um Marie zu beeindrucken. Sein Plan geht auf und nicht nur das: Marie und er werden ein Liebespaar; der Roman, den sie zu einem Verlag geschickt hat, ein Bestseller. Doch eines Tages taucht bei einer Signierstunde ein Mann namens Jacky (Henry Hübchen) auf, der behauptet, der wirkliche Autor zu sein. Eine explosive Dreieicksgeschichte über Lebens- und Liebeslügen beginnt.
Der vom schweizerischen Wahlberliner Alain Gsponer („Das wahre Leben“) inszenierte Film bleit ungewöhnlich dicht an der Romanvorlage, schafft es aber trotzdem durch die humorvollen Dialoge und das brillant ambivalente Spiel dreier großartiger Schauspieler, einen eigenen Ton zu treffen. Man stolpert mit David von Bühne zu Bühne und von Lüge zu Lüge. Daniel Brühl gelingt es einfühlsam und glaubwürdig, seine Figur zwischen Opfer- und Täterrolle auszuloten. Hannah Herzsprungs Marie besticht durch ihre Natürlichkeit und ein wenig Arroganz, die besonders gegenüber Henry Hübchens Jacky spürbar wird. Bei ihm weiß man wegen seines genialen Spiels häufig nicht, ob man ihn in den Arm nehmen oder erwürgen möchte. Zudem gelingt es Gsponer, ein wenig Kritik an der Mediengesellschaft über die Dialoge und vor allem die Bilder zu transportieren. Marie Gronwald

D 2009, 104 min., R: Alain Gsponer, D: Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Henry Hübschen,
Kinostart: 17.12.
www. Lilalila-film.de

Quelle: Zitty nr. 25, 2009

 

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